Dispositionskredit

Test: Zinsen beim Dispositionskredit
nachwievor deutlich zu hoch

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Wer in den letzten Wochen die Nachrichten in einschlägigen Wirtschaftsmagazinen aufmerksam verfolgt hat, dem dürften Meldungen aufgefallen sein, in denen einige mehr oder weniger namhafte Banken die Abschaffung des sogenannten Dispozinses angekündigt haben. Im Klartext also die Ankündigung zukünftig bei einem, mit dem Girokonto eingeräumten Dispositionskredit zukünftig den Kunden bei Inanspruchnahme dieses Kredit nicht mehr einem entsprechenden Zins zu belasten. Soweit, so gut – sollte man meinen! Die Abschaffung eines Zinses bei einem eingeräumten Dispositionskredit ist sicherlich wünschenswert und aus Sicht der Tester der Stiftung Warentest auch eigentlich auch dringend erforderlich. Grundlage für diese Aussage ist hierbei die alljährlich stattfindende Dispozinsumfrage der Stiftung Warentest. So sind die Zinsen für einen Dispositionskredit im Vergleich zum letzten Jahr im Durchschnitt um nur 0,4 Prozentpunkte gesunken. Führt man sich dabei jedoch die aktuelle Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) vor Augen, sind diese 0,4 Prozent Zinssenkung geradezu lächerlich!

Der Zins für den Dispokredit muss gesenkt werden

Aufgrund der bereits erwähnten Niedrigzinspoiltik der Europäischen Zentralbank ist es den Banken aktuelle möglich, sich zu äußerst günstigen Konditionen bei eben dieser EZB Geld zu leihen. Daraus lässt sich ableiten, dass die Banken diese günstigen Konditionen zumindest teilweise an die eigenen Kreditkunden weiter geben könnte. In Zahlen ausgedrückt würde dies durchaus einen Zinssatz für einen Dispositionskredit von deutlich unter zehn Prozent ermöglichen. Schaut man sich die aktuellen Zinsraten bei den klassischen Ratenkrediten an, so ist dieser Effekt durchaus sichtbar – nur eben bei dem sogenannten Dispositionskredit bei einer Vielzahl von Banken eben nicht. Von immerhin 1472 seitens der Stiftung Warentest befragten Finanzinstitute erheben noch mehr als die Hälfte die sogenannten Überziehungszinsen und dies teilweise in Prozentbereichen von 16% !

Banken verweigern Angabe des Zinses beim Dispositionskredit

Ein besonderer Kritikpunkt der Verbraucherschützer stellt zudem die mangelnde Transparenz bei den Zinsangaben für einen Dispositionskredit dar. Gut zwei Drittel der befragten Banken verweigerten die Auskunft bezüglich der Zinshöhe. Die letztendlich als elf teuersten Banken identifizierten Finanzinstitute waren nicht bereit ihren Zinssatz für einen Dispositionskredit freiwillig zu nennen. Hier sahen sich die Tester „genötigt“ selbst die Bankfilialen aufzusuchen, um den Zinssatz für einen Dispokredit herauszufinden. Und dies obwohl die Banken grundsätzlich verpflichtet sind, diese Zinssätze als Preisaushänge sowohl on- als auch offline unaufgefordert darzustellen!

Dispozins: Greift der Gesetzgeber ein?

Die Gesetzgebung verhält sich beim Thema Dispozins eher zwiegespalten. Zwar soll laut Bundesjustizminister Heiko Maas neues Gesetz die Geldhäuser verpflichten, alle Girokontogebühren nebst Zinssatz für einen Dispositionskredit zukünftig auf ihren Internetseiten klar erkennbar zu veröffentlichen. Eine Deckelung der Dispozinsen oder gar eine Art gesetzliche Abschaffung der Dispozinsen, wie sie unter anderem von vielen Verbraucherschützern gefordert wird, wird es laut Aussage aus dem Bundesjustizministerium jedoch nicht geben.

Mehr Informationen zur Dispozins Umfrage finden Sie hier: Girokonten-Dispozinsen

Redakteur: Markus Gildemeister

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